Seniorenpastoral - Das Alter hat viele Gesichter

Die Gestaltung des Alters und der Beziehungen zwischen den Generationen ist eine der großen Herausforderungen für Kirche und Gesellschaft am Beginn des 21. Jahrhunderts.

„Das Alter“ und „die Alten“ gibt es nicht. Altern wird immer bunter und vielfältiger. Die Zahl der Lebensjahre sagt fast nichts über einen Menschen aus. Die Zeitspanne zwischen dem Auszug der Kinder bzw. dem Ausstieg aus dem Berufsleben und dem Lebensende wird immer länger und differenzierter.
Deshalb hat sich in den vergangenen Jahren für das Alter die Rede vom Dritten und Viertem Lebensalter durchgesetzt. Als Drittes Alter wird der Lebensabschnitt bezeichnet, in welchem die „jungen Alten“ nach der Reduzierung ihrer familiären und beruflichen Verpflichtungen häufig über Zeit und Geld sowie eine gute Gesundheit verfügen. Das Vierte Alter markiert demgegenüber jenen Lebensabschnitt, in dem die schwindenden Kräfte einen Rückzug und eine Vollendung des Lebenslaufes verlangen und in dem die alten Frauen und Männer in besonderer Weise auf die Solidarität anderer angewiesen sind

Für die Kirche ist die zunehmende Bedeutung der Älteren nicht nur aber auch darin begründet, dass der Anteil der älteren Menschen unter denen, die das kirchliche Leben mittragen und an ihm teilnehmen, immer größer wird und die Lebenssituationen älterer Menschen immer vielfältiger werden.

Zu keiner Zeit sind in Österreich so viele Menschen so alt geworden wie in der Gegenwart. In unserem Land sind ca. 23% der Frauen und Männer 60 Jahre und älter. Dieser Anteil wird in den nächsten Jahrzehnten noch auf 35% - 40% anwachsen.

Diese erfreuliche Entwicklung wirft für die Einzelnen, für Gesellschaft und Politik und auch für die Kirche zugleich Fragen auf:

  • Worin kann der Sinn dieser Lebensphasen, die nach der Familien-. und Erwerbsarbeit liegt und als „Alter“ bezeichnet wird, liegen?
  • Welche Beiträge zum Zusammenleben dürfen Gesellschaft und Kirche von ihren alten Mitgliedern erwarten?
  • Welche Unterstützung schulden sie den alten Frauen und Männern, wenn diese von Erkrankung des Leibes und der Seele beeinträchtigt werden?
  • Welche Modelle für das Altern und die Gestaltung des Alters können kirchliche Gemeinden, Verbände, Einrichtungen anbieten und unterstützen, welche Formen des Miteinander – Lebens der Generationen können sie fördern?

Die Kirche steht mit ihrem pastoralen Handeln vor einer zweifachen Aufgabe: Sie ist herausgefordert, Grundzüge eines menschenwürdigen Lebens im Alter zu benennen und für alle alten Menschen in unserer Gesellschaft einzufordern.




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